NAUMBURG. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag Michael Boddenberg absolvierte auch in diesem Jahr seine bereits traditionelle zweitägige Sommertour durch verschiedene nordhessische Städten und Gemeinden. Dabei wollte er sich vor allem über innovative Ideen informieren, die der Region helfen können, sich auf zukünftige Herausforderungen einzustellen.

In Naumburg informierte sich Boddenberg bei Bürgermeister Stefan Hable und dem Vorsitzenden der im Dezember gegründeten Bürgergenossenschaft Jens Bestmann darüber, welche Ideen umgesetzt werden sollen, um die historische Fachwerk-Altstadt zu erhalten. Die Bürgergenossenschaft möchte in Kürze ein schon länger leerstehendes Fachwerkhaus in der Graf-Volkwin-Straße erwerben und somit vor dem sonst notwendigen Abriss zu bewahren. Mit großem ehrenamtlichen Einsatz soll das Gebäude saniert werden und anschließend eine neue Nutzung als Bed-and-Breakfast-Standort erfahren. Wenn dieses erste Projekt eine erfolgreiche Umsetzung erfährt, kann sich die Bürgergenossenschaft Naumburg auch den Kauf und die Sanierung weiterer leerstehender Immobilien in der Altstadt vorstellen. „Es ist bewundernswert, wie sich Bürger für den Erhalt historischer Bausubstanz in ihren Heimatstädten einsetzen und es ist der Fachwerkstadt Naumburg zu wünschen, dass sich noch viele weitere Einwohner dazu entschließen, der Bürgergenossenschaft beizutreten“, zeigte sich Michael Boddenberg beeindruckt.

Zum Abschluss seines Besuches in Naumburg ließ sich Boddenberg von Bürgermeister Stefan Hable noch das mit Mitteln der Dorferneuerung sanierte Bahnhofsgebäude zeigen. Dabei ging Hable auch auf die große touristische Bedeutung der Museumseisenbahn Hessencourier für die Stadt an der kleinen Elbe ein.

In Hessens Nordspitze stattete Boddenberg zunächst dem Tegut-Markt in Oberweser-Gieselwerder einen Besuch ab, der, nachdem er Ende 2016 vor dem Aus stand, seitdem durch eine Gruppe engagierter Bürger in einer Unternehmergesellschaft mit fünf Angestellten und einem Auszubildenden erfolgreich betrieben wird. Dabei fallen u.a. bei der Warenannahme etwa 30 Stunden pro Woche ehrenamtliche Arbeit durch die freiwilligen Unterstützer an.

„Dass Menschen bereit sind, zum Teil mit ihrem Privatvermögen die Nahversorgung aufrecht zu erhalten und damit gleichzeitig auch andere kommunale Infrastruktureinrichtungen für ihre Mitbürger und Touristen zu sichern, verdient höchste Anerkennung“, lobte Boddenberg das Projekt, bevor er sich im Rathaus über die zur Jahreswende anstehende Fusion der Gemeinden Oberweser und Wahlsburg informierte. „Wenn Kommunen sich von sich aus auf den Weg machen zu fusionieren und dabei frühzeitig und transparent ihre Einwohner miteinbeziehen und dies dann schließlich in Bürgerentscheiden mehr als 70 Prozent Zustimmung erfährt, ist dies nicht nur beeindruckend, sondern verdient eine besondere und unbürokratische Unterstützung durch das Land, damit die dann neue Gemeinde auch von Anfang an erfolgreich im Sinne ihrer Einwohner arbeiten kann“, so Michael Boddenberg.

Weitere Stationen seiner Nordhessenreise waren u.a. das Sozialzentrum Oberaula, der mehrfach ausgezeichnete SVG-Autohof Lohfelder Rüssel (A7/A49), das inzwischen durch zahlreiche Firmen genutzte ehemalige Kasernengelände in Hessisch Lichtenau und der sich im Rohbau befindliche A44-Tunnel Hirschhagen, der nach seiner Fertigstellung der zweitlängste Autobahntunnel Deutschlands sein wird.

„Nordhessen ist in den vergangenen 20 Jahren eine der sich am dynamischsten und am erfolgreichsten entwickelten Regionen Deutschlands. Ich bin immer wieder begeistert, mit welchen Elan die Menschen vor Ort an Konzepten und Ideen arbeiten, um ihre Städte und Dörfer voran zu bringen. Die Megatrends, wie knappen Wohnraum in der Großstadt Kassel und seinem direkten Umfeld auf der einen Seite und bestehender Leerstand in eher ländlich geprägten Gegenden auf der anderen Seite, sind natürlich auch in Nordhessen feststellbar. Entscheidend ist aber, dass die Region gemeinsam und mit Unterstützung durch das Land zielorientiert daran arbeitet, dass die Menschen in allen Städten und Gemeinden optimistisch in die Zukunft blicken können“, zog Boddenberg im Anschluss an seinen Nordhessenbesuch ein positives Fazit.


Michael Boddenberg (rechts) mit Bürgermeister Stefan Hable in Naumburg.


Lars Großbernd (ehrenamtlicher Geschäftsführer), Hartmut Lind (Kreistagsmitglied), Michael Boddenberg (CDU-Fraktionsvorsitzender im Hessischen Landtag), Hildegard Gunkel-Becker (Ortsvorsteherin Gieselwerder) und Detlef Stucke (Vorsitzender der CDU Oberweser/Wahlsburg) (v.l.n.r.).

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