LANDKREIS KASSEL. Die CDU im Landkreis Kassel fordert hinsichtlich des Bahnprojektes „Kasseler Kurve“ von der Bundesregierung eine gleichgestellte Prüfung der gegenwärtig im Planungsverfahren anvisierten Korridore mit möglichen Alternativrouten. Einen entsprechenden Antrag der räumlich betroffenen CDU-Verbände (Fuldatal, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen, Liebenau, Trendelburg und Vellmar) hat der CDU-Kreisvorstand in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen.

„Dabei ist es uns wichtig zu betonen, dass wir das grundsätzliche Ziel einer Verlagerung von Güterverkehren von der Straße auf die Schiene für richtig halten. Auch erachten wir eine Entlastung der schienengebundenen Ost-West-Achse entsprechend des Bundesverkehrswegeplans 2030 und die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf angesichts der Verkehrsprognosen als zielführend“, so der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Alexander Lorch, der federführend für die CDU-Verbände den Antrag erarbeitet hatte. „Wir sind daher nicht grundsätzlich gegen die im Rahmen der Öffentlichkeitstermine der Deutschen Bahn vorgestellten Suchräume im nördlichen Landkreis Kassel, halten es aber für inakzeptabel, dass denkbare Alternativplanungen, wie etwa über die Bestandsstecke in Altenbecken gegenwärtig aus formalen Gründen ausgeschlossen sind“, so Lorch weiter.

„Für uns ist die Frage entscheidend, wie anhand nachweisbarer Kriterien, die Streckenführung gefunden werden kann, die für Mensch, Natur und Wirtschaftlichkeit die in Summe besten Ergebnisse liefert“, erläutert Alexander Lorch die CDU-Position. Daher sollten bei einer ergebnisoffenen Prüfung folgende vier Aspekte Berücksichtigung finden:
- Lärm- und andere Immissionsbelastungen für die Anwohner entlang der neuen und der bestehenden Streckenführungen,
- entsprechende Sekundärauswirkungen auf die geplanten und bestehenden Bahnstrecken im Landkreis Kassel durch die prognostizierte fast Verdreifachung des Schienengüterverkehrs,
- Flächenverluste für Landwirtschaft und Naturschutz sowie
- Nutzung und Ertüchtigung vorhandener Bahnanlagen.
„Bislang fehlen uns in der Gesamtdiskussion über das Projekt vor allem Informationen dazu, welche konkreten Mehrbelastungen für die Bevölkerung entstehen und mit welchen Beeinträchtigungen an den beschrankten oder schienengleichen Bahnübergängen zu rechnen ist. Zudem dürften gerade die schwierigen topographischen Bedingungen im Suchraum der Gemeinde Fuldatal erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft zur Folge haben. Diese gilt es zu beziffern und dann in die Gesamtbetrachtung miteinfließen zu lassen. Erst wenn nach Berücksichtigung solcher Kriterien klar nachgewiesen werden kann, dass ein Ausbau entlang bestehender Gleisverbindungen keine ökologisch und wirtschaftlich vertretbare Entlastung darstellt, macht eine konkretere Planung im Bereich nördlich der Stadt Kassel überhaupt Sinn“, so Alexander Lorch abschließend.


Auch am Bahnhof in Hofgeismar-Hümme würden bei Realisierung des Bahnprojektes deutlich mehr Güterwagen als bislang vorbeifahren.

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